Aalener Selektion 2016

Autor: Aalener Kategorie: Allgemein, Unser Bier, Datum: Dezember 7, 2016

Ein Pale Ale ist im klassischen Sinne ein stärker eingebrautes, helles (pale) obergäriges Bier (ale). Seinen Ursprung hat dieses sehr aromaintensive Bier im England und Schottland des 19. Jahrhunderts. Im Auftrag der britischen Krone sollte für die indischen Kronkolonien ein Bier gebraut werden, das den langen Seeweg bis dorthin unbeschadet überstand. Da den englischen Bierbrauern der damaligen Zeit keine Möglichkeit zur Verfügung stand, ihr Bier haltbar zu machen, mussten sie experimentieren. Mit Starkbieren, die einen Stammwürzegehalt von über 16 % und somit einen Alkoholgehalt von mindestens 6,5 % besaßen, hatten sie allerdings keinen Erfolg.

Jedoch war ihnen die konservierende Wirkung des Hopfens sehr wohl bekannt. Daher erhöhten sie bei den stärker eingebrauten Bieren die Hopfengaben und dadurch den Bittergehalt derart, dass sich dieses Bier quasi von selbst konservierte. Ein für die indischen Kolonien bestimmtes Bier, das India Pale Ale war geboren. Dieses hochprozentige Bier wurde in Holzfässer abgefüllt und nach Indien verschifft. Stets verbunden mit der königlichen Vorgabe, es dort wieder mit reinem Wasser auf Trinkstärke zurück zu verdünnen.

Die englischen Truppen in Indien hatten allerdings einen derart großen Durst auf das frische, unverdorbene Bier aus der Heimat, dass das Zurückverdünnen mit Wasser schlichtweg vergessen wurde. Ein fröhliches Beisammensein war somit vorprogrammiert!

Heutzutage wird das India Pale Ale in vielen Ländern rund um den Globus gebraut. Ein klassisches India Pale Ale hat einen sehr kräftigen und intensiven Geschmack. Beim Aromatest besticht dieses Bier durch eine deutlich wahrnehmbare fruchtige Note. Um das Hopfenaroma zu erhöhen, werden diese Biere oftmals kaltgehopft. Dies bedeutet, dass während der Bierreifung mindestens eine weitere Hopfengabe durchgeführt wird. Dabei reichern sich die leicht flüchtigen Hopfenöle im Bier an.

 

Unser Schwäbisch Pale Ale

Um dieses ausgezeichnete Aroma zu gewinnen, haben wir Braumeister uns auf den Weg gemacht und verschiedenste Hopfensorten ausgesucht, verkostet und bewertet. Aber erst die Komposition aus sehr aromaintensiven Hopfensorten führte uns zum Ziel. Denn das Geheimnis dieser Bierspezialität liegt in der Cuvée – dem Verschnitt – verschiedenster Hopfensorten, welche erst in ihrem Zusammenspiel das intensive Aroma zaubern.

Schonend eingebraut – kräftiges, goldfarbenes und obergäriges Pale AleAls Basis für unser Aalener Jahrgangsbier 2016 wählten wir ein helles Ale, eingebraut mit hellem Gersten- und Weizenmalz, hellem Ale Malz und dunkler Malz-Nuance.

Schonend eingebraut mit 15,4 % Stammwürze, wurde es sehr langsam vergoren, damit sich keine unedlen Alkohole bilden konnten. Erst kurz vor der eiskalten Reifung wurde die aromareiche Hopfencuvée hinzugegeben, damit sie ihre Wirkung im Reifetank voll entfalten konnte.

Allerdings liegt es uns sehr am Herzen, eine lokale Bierrarität für unsere Region zu brauen. Und deshalb ist unser Aalener Jahrgangsbier 2016 kein India Pale Ale, sondern ein Schwäbisch Pale Ale.

Für unser Jahrgangsbier haben wir genau das Bierresultat erzielt, das wir erwartet haben: ein kräftiges, goldfarbenes und obergäriges Pale Ale. Es besitzt das typische und unverwechselbare Hopfenaroma nach Zitrone, Grapefruit und etwas Stachelbeere, aber auch diesen exotischen Duft nach Südfrüchten wie Mango und Papaya.

Die typisch kräftige Bittere bettet sich sehr harmonisch in unsere Bierrarität ein.

Farbe
kräftiges leuchtendes Gold, feine Hefetrübung

Aroma
Zitrone und Grapefruit sowie Südfrüchte,
deutliche Noten von Mango, Papaya, Pfirsich, Orange und
feine Note von Stachelbeere

Schaum
langanhaltende Schaumkrone,
fein und cremig

Körper
ein sehr kräftig voller Körper,
feine Malznoten im Hintergrund erkennbar,
langanhaltend und rund

Hefetyp
obergärige Ale-Hefe,
die bei den niedrigen Gärtemperaturen
die Fruchtigkeit des Hopfens im Körper unterstützt

Alkohol
6 vol. % alc.

Genusstemperatur
8–9 °C

Perfekt zu
Desserts mit exotischen Früchten
aber auch zu leichten, geschmacksintensiven Speisen
wie jungem Käse oder Geflügel